Älteste Volksschule Deutschlands

 

Noch in der Mitte des 19. Jahrhunderts war ein eigenes Schulgebäude im Bayerischen Wald nicht selbstverständlich. Vielen Gemeinden fehlte hierzu das Geld. Erst 1802, mit der Einführung der allgemeinen Schulpflicht in Bayern, wurde damit begonnen, systematisch Schulen zu bauen.

 

 

 

Umso bemerkenswerter ist es, dass der Markt Simbach bereits in den Jahren 1666 bis 1670 ein eigenes Schul- und Marktschreiberhaus errichtete. Zum Zeitpunkt seiner Erbauung besaß lediglich ein Drittel der Märkte und Städte in Bayern ein eigenes Schulhaus.

Das Gebäude ist die älteste noch erhaltene Volksschule Deutschlands und  ein beeindruckendes Zeichen für den in die Zukunft weisenden Geist des Marktes Simbach am Ende des von Kriegen erschütterten 17. Jahrhunderts. 

 

Das Schulzimmer  

 

 

Die Simbacher Schule war eine sog. Deutsche Schule, d.h. hier wurde den Schülern in deutscher Sprache Rechnen, Schreiben und Lesen beigebracht. Der Schulbesuch war freiwillig und kostenpflichtig, daher wurden meist nur wenige Schüler unterrichtet.

 

Das Gebäude diente nicht nur als Schulhaus, es war zugleich Rathaus, Wohnung des Marktschreibers und seiner Familie und Gefängnis. Zudem fand im Obergeschoss eine bedürftige Witwe aus dem Markt in einem Zimmer mit eigener Herdstelle Unterkunft. 1780 wurde das Haus verkauft und das Gefängnis in einen Stall umgewandelt.  

 

 

 

 

Das Haus war bis 1976 bewohnt. Dann sollte in Simbach die Straße erweitert werden. Die Schule stand im Weg. Das alte Schulhaus konnte jedoch gerettet werden.

 

1977 wurde es in das Museumsdorf Bayerischer Wald übertragen und 1981

als erstes niederbayerisches Schulmuseum eröffnet und nach den noch erhaltenen Inventaren von um 1700 eingerichtet.


Wir bedanken uns beim Museumsdorf Bayrischer Wald, die uns die Bilder und Informationen freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben